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Wasserdicht vs. Wasserabweisend

July 06, 2017
 
Wasserdicht vs. Wasserabweisend

Autor: Armin Wagner

Es gibt einige Verwechselungen bezüglich wasserdicht und wasserabweisend. Meistens werden beide Bezeichnungen synonym verwendet. Es besteht jedoch ein großer technischer Unterschied zwischen beiden.

Besonders dann, wenn man erwartet, in widrigen Witterungsbedingungen trocken zu bleiben.

Der entscheidende Unterschied zwischen einem wasserdichten und einem wasserabweisenden Kleidungsstück ist, dass Du in wasserabweisender Bekleidung möglicherweise nass wirst – besonders dann, wenn Du längere Zeit dem Regen ausgesetzt bist oder unter bestimmten Witterungsbedingungen.

In Bekleidung aus wasserdichtem Material sollte man hingegen trocken bleiben, egal wie lang und in welchen Bedingungen auch immer.

Lies weiter, um mehr über Pro und Contra von wasserdichter und wasserabweisender Bekleidung zu erfahren.

Wir werden ebenso erklären, was DWR heißt und wie Du es auch nach mehrfachen Waschgängen erhalten kannst.

WIE IST DER UNTERSCHIED DEFINIERT?

Der Unterschied zwischen wasserabweisender und wasserdichter Bekleidung basiert auf der Definition, welche in der Textilindustrie für Wasserdichtigkeit gilt. 

Internationale Standards definieren einen Wassereintrittsdruck von 800mm (hydrostatische Wassersäule) als Grenze. Ein Textilmaterial (nicht die fertige Bekleidung) mit einer Wassersäule von 800mm kann als wasserdicht bezeichnet werden.

Alles darunter kann hingegen nur wasserabweisend genannt werden.

 

WAS IST EINE HYDROSTATISCHE WASSERSÄULE?

Eine hydrostatische Wassersäule beschreibt die angenommene Höhe einer theoretischen Wassersäule, die auf eine Gewebeoberfläche drückt.

So korrespondiert die Wassersäule immer zu einem bestimmten Druck.

Eine Wassersäule von 10 Metern (= 1.000 cm, = 10.000mm) gleicht einem Druck von 1 bar, oder 100Kilopascal. 

Gore rain tower test 

WASSRABWEISENDE BEKLEIDUNG.

Per Definition können Textilien mit einem Wassereintrittsdruck unter 800mm Wassersäule oder 0,8 bar als wasserabweisend bezeichnet werden.

Das mag genug sein, um trocken zu bleiben, wenn man nur eine kurze Zeit Regen oder Dampf ausgesetzt ist, der nicht auf die Textilie gepresst wird.

Da wasserabweisende Materialien normalerweise keine Art Membrane oder kompakte Beschichtung aufweisen, fällt die so genannte Atmungsaktivität dieser Materialien in den meisten Fällen besser aus als die von wasserdichten Werkstoffen.

Das ist ja auch logisch, da sie eine höhere Durchlässigkeit aufweisen und auch Schweiss – oder besser gesagt: Wasserdampf – kann sie viel einfacher durchdringen.

 

WASSERDICHTE BEKLEIDUNG.

Ein wasserdichtes Material – per Definition ab 800 mm Wassersäule – ist noch keine Garantie für wasserdichte Bekleidung.

Auch das Gesamtdesign der Bekleidung muss verhindern, dass Regenwasser in die inneren Schichten des Bekleidungssystems eindringt. Das bedeutet, dass alle Verschlüsse, Nähte oder Kanten alle potentiellen Wassereintrittsmöglichkeiten blockieren müssen.

Um zu verhindern, dass Wasserdampf alle Nähte  durchdringt, müssen alle Nähte, die die Außenseite der Bekleidung mit deren Innenseite verbinden, mit einem speziellen Nahtabdichtungsband versiegelt sein.

Diese Versiegelungen müssen wiederum Waschgängen, Trocknen und mechanischen Belastungen widerstehen können.

Sie müssen dauerhaft wasserdicht sein. 

Da Wasser für gewöhnlich einen Weg zum Eindringen findet, wo auch immer sich die kleinste Möglichkeit bietet, ist das eine echte Herausforderung. Insbesondere um Kanten herum kann man das beobachten.

Ohne richtige Barrieren kann Wasserdampf wie bei einem Docht hinein in die Bekleidung gesogen werden.

Besonders kritische Punkte sind die unteren Säume am Torso und die Ärmel.

Aber auch die Kanten der Kapuze sind neuralgische Punkte für diesen Dochteffekt.

Um ihn zu vermeiden, müssen entsprechende Barrieren in diesen Bereichen zum Einsatz kommen.

BEDEUTET DIE DEFINITION, DASS DER TRÄGER IMMER ZUVERLÄSSIG TROCKEN BLEIBT?

Insbesondere beim Sitzen oder Knien können Wassereintrittsdrücke entstehen, die deutlich höher als 800mm sind.

Das bedeutet, dass der Träger – abhängig von der Art der Nutzung der Bekleidung - immer noch nass werden kann, auch wenn die Textilie gemäß der oben beschriebenen Definition als wasserdicht klassifiziert ist.

Daher sind die meisten der wasserdichten Hochleistungsbekleidungsstücke aus Textilien hergestellt, die weit höhere Wassersäulen aufweisen.

GORE-TEX®-Laminate beispielsweise sind mit äußerst fortschrittlichen Testverfahren untersucht worden, wobei ein Druck von über 100 Meter Wassersäule angewendet wurde.

Und selbst dann ließ das Laminat noch kein Wasser durchdringen. 

Lies mehr über die Leistung von GORE-TEX®-Stoffen

Heute lässt sich eine wirklich zuverlässige und dauerhafte wasserdichte Leistung nur mit Produkten auf Membrane-Basis erreichen.

Bei diesen Produkten bildet die Membrane die wesentliche Barriere gegen jeglichen Wassereintritt.

Die chemischen und physischen Eigenschaften dieser Membranen definieren nicht nur die Grenzen des Wassereintrittsdrucks, sondern auch ihre Haltbarkeit.

Insbesondere Membranen auf Polyester- und Polyurethan-Basis scheinen tendenziell mit der Zeit schwächer zu werden.

Früher oder später sinken ihre Leistungen unter die kritische Schwelle.

Ursächlich hierfür könnten UV-Strahlung, Alterungsprozesse, Walkungen, hohe oder niedrige Temperaturen und natürlich zahlreiche Waschgänge sein.

Die Zweikomponenten-ePTFE-Membranen, die bei GORE-TEX®, Event und einigen anderen namhaften Membranenmarken Verwendung finden, zeigen noch immer die besten Ergebnisse im Hinblick auf wasserdichte Eigenschaften.

Aber alle Membranensysteme teilen eine Eigenschaft: Werden sie durchstochen, dann werden sie undicht.

Das ist in der Tat der am meisten verbreitete Grund für ein Versagen, den wir in den letzten 20 Jahren beobachten konnten. 

Durchstiche bzw. Punktuationen können durch jede Art von spitzen oder scharfen Objekten verursacht werden.

Sehr verbreitet sind beispielsweise Piniennadeln, die den Waldboden bedecken. Dazu kommen Dornen, aber auch Dreck, der sich mit der Zeit in der Textilstruktur ansammelt. 

 

HALTBARE WASSRABWEISENDE BEHANDLUNG.

Die wasserabweisende Eigenschaft wird in gewöhnlichen Textilmaterialien durch eine thermische oder eine chemische Behandlung des Stoffes während des Herstellungsprozesses erreicht. Sie heisst DWR oder “Durable Water Repellent Finishing”. 

Wasserdichte Stoffe weisen ebenfalls eine DWR-Behandlung auf, auch wenn die wasserdichte Komponente (die Membrane oder die Beschichtung) schon selbst wasserdicht ist.

In der Tat ist es so, dass wir beim Testen der Wasserdichtigkeit unserer GORE-TEX®-Ausrüstung die DWR komplett herauswaschen. Die Bekleidung muss trotzdem noch wasserdicht sein. Warum ist das so?  

 

4 GRÜNDE WARUM DWR BEI BEREITS WASSERDICHTER BEKLEIDUNG ANGEWENDET WIRD 

1. LECKS DURCH SCHLAMPIGE HERSTELLUNG VERMEIDEN

Die DWR-Behandlung von bereits wasserdichter Bekleidung dient als Sicherung gegen schlampige Herstellung, durch die wiederum Lecks im Zuge intensiver Beanspruchung oder vieler Waschgänge entstehen könnten

Bevor aus GORE-TEX® hergestellte Bekleidung vermarktet werden kann, muss sie den GORE-TEX® Performance Standard (GPS)-Test durchlaufen, um ihre Wasserdichtigkeit zu beweisen.

Die bedingende Genehmigung zur Vermarktung eines Produktes auf Basis des erfolgreichen GPS-Tests ist einzigartig bei GORE-TEX®. Heisst das, dass Bekleidung mit nicht von GORE-TEX® hergestellten Membranen nicht wasserdicht ist?

Nein.

Es heisst einfach, dass jegliche GORE-TEX®-Bekleidung, die Du kaufst, mit der Garantie kommt, dass sie einen anspruchsvollen Test zum Nachweis der Wasserdichtigkeit erfolgreich absolviert hat.

Um das GPS-Testverfahren durchzuführen, müssen wir zunächst die ursprünglichen oder nachfolgenden DWR-Behandlungen auswaschen, so dass jegliche Konstruktionsdefizite ersichtlich werden.

 

2. DWR HINDERT WASSER DARAN, ZUSÄTZLICHES GEWICHT ZU VERURSACHEN

Alle Membrane-Produkte haben eine obere oder äußere Stoffschicht (auch das Obermaterial genannt). Die Membrane befindet sich immer hinter dieser Schicht.

DWR hindert das Obermaterial daran, Wasserdampf oder Wasser zu absorbieren.

Das ist wichtig, denn absorbiertes Wasser lässt die Bekleidung schwerer werden.

In einigen Fällen kann die Gewichtszunahme signifikant hoch sein.

Eine gute DWR-Behandlung sorgt dafür, dass die Bekleidung ihr aktuelles Gewicht behält, auch wenn man stundenlang schwerem Regen ausgesetzt war.

 

3. DWR VERHINDERT PSEUDO-UNDICHTIGKEIT

Ein anderer Vorteil einer guten DWR-Behandlung ist, dass sie das Gefühl unterbindet, die Bekleidung würde undicht sein.

Wenn das Obermaterial vollgesogen mit Nässe ist, wird dies ein Klammheitsgefühl zwischen Körper und Innenmaterial erzeugen.

Die Bekleidung mag dann zwar nicht wirklich undicht sein, aber die Klammheit lässt Dich glauben, dass dem so sei.

Das ist ein nerviger Effekt, kein Zweifel! Ein Lösungsansatz, um das Klammheistgefühl zu umgehen, besteht darin, innere »Luftkissen« zu schaffen, beispielsweise durch die Nutzung unserer air/pac®-Einschübe.

Die air/pac®-Einschübe helfen enorm, aber nur an exakt der Stelle, wo Du sie positionierst. Und sie sind dafür designt, genau an den wirklich kritischen Stellen zu sitzen. An allen anderen Stellen muss man sich auf eine gute DWR-Eigenschaft verlassen.

 

4. FUNGIERT ALS VORÜBERGEHENDES PFLASTER ÜBER MIKROLÖCHERN

Früher oder später und nachdem Du Deine wasserdichte Bekleidung im harten Outdoor-Einsatz hattest wird die Membrane mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Mikrolöcher aufweisen.

Das lässt sich kaum vermeiden.

Besonders dann, wenn Du einen Rucksack, ein Chest-Rig oder ähnliche Ausrüstung über Deiner Bekleidung trägst. Deine Bekleidung kommt außerdem in Kontakt mit Piniennadeln, Sand, Erde und anderen kleinen Partikeln.

Aus diesen Berührungen resultieren Mikroschäden an der Membrane.

Du kannst dieses Problempotential verringern, indem Du Deine Bekleidung nach harter Outdoor-Nutzung wäschst.  Das hilft dabei, Partikel wegzuspülen, die sich sonst in der Obermaterialstruktur verfangen würden. 

Partikel, die bei Verbleib durch die Membrane dringen könnten.

DWR ist Deine beste Verteidigungslinie hiergegen. Sie kann als vorübergehendes Pflaster über Mikrolöchern in der Membrane dienen, dabei Wasser und Wasserdampf abhalten, so dass Du trocken bleiben kannst.

Allerdings wirst Du nur eine ungewisse Zeit trocken bleiben. Der Pflastereffekt hält nur so lange an, bis Deine Bekleidung Druck ausgesetzt ist.

Vor dem Hintergrund dieser ganzen Fakten: Ist es wichtig, eine DWR-Behandlung auch bei bereits wasserdichten Textilien anzuwenden?

Unzweifelhaft: Ja!

Aber ist es auch wichtig, eine DWR-Behandlung nach einem Routinewaschgang anzuwenden? Höchstwahrscheinlich. Und zwar deshalb: DWR ist nicht dauerhaft. Sie verliert mit der Zeit ihre Zuverlässigkeit und verschwindet.

Also muss sie nach einer gewissen Nutzungsdauer oder einigen Waschgängen erneuert werden.

Es gibt jedoch einige Dinge, die Du vor einer DWR-Anwendung tun kannst und die die Behandlungseffekte dauerhafter machen.

WIE ERHÄLT MAN DIE DWR?

Schritt 1: Prüfe die Qualität der DWR-Behandlung

Du kannst die Qualität der DWR-Behandlung selber testen. Tropfe nur etwas Wasser auf Deine Ausrüstung und prüfe, ob es rund wie ein kleiner Tropfen bleibt.

Wenn sich der Tropfen verflacht oder sich sofort nach Aufbringen verteilt, wird das Wasser vom Obermaterial absorbiert.

Dann könnte es der richtige Zeitpunkt sein, etwas dagegen zu unternehmen.

Schritt 2: Bügle oder gib Deine Bekleidung in den Wäschetrockner

Du kannst die anfangs aufgebrachte DWR-Eigenschaft reaktivieren, indem Du einfach die Außenseite Deines Regenzeugs bügelst.

Das hilft Dir dabei, eine gute DWR-Eigenschaft für einige Zeit zu erhalten, bevor Du chemische Mittel einsetzen musst, welche möglicherweise das Wasser verschmutzen oder die Atmungsaktivität Deiner Ausrüstung einschränken.

Du kannst ebenso Deine Bekleidung im Wäschetrockner trocknen, was bis zum gewissen Grade die DWR-Behandlung ebenfalls erhält. 

Schritt 3 (falls Schritt 2 nicht genügte): Wende eine wasserabweisende Behandlung an

Falls Du meinst, es sei Zeit, etwas anzuwenden, dann ist meine persönliche Präferenz, lediglich die Außenseite der Bekleidung zu behandeln – nicht aber die Waschmaschinenprozedur.

Warum? Ich bevorzuge, dass mein Körperschweiss auf der Innenseite meiner Jacke auf eine möglichst große Fläche verteilt wird, so dass er schnell durch die Membrane nach außen gelangen kann.

Sollte die Innenseite eine DWR-Eigenschaft aufweisen, könnte sich der Wasserdampf nicht effizient verbreiten, sondern stattdessen kondensieren und auf der Innenseite der Bekleidung herunterlaufen. 

 

IST BEKLEIDUNG AUS WASSERDICHTEN LAMINATEN IMMER WASSERDICHT?

Nicht alle aus wasserdichtem Material hergestellte Kleidung ist hundertprozentig wasserdicht. Ihre Konstruktion definiert den Grad der Wasserdichtigkeit signifikant. 

In der Tat basiert eine große Zahl von Soft-Shell-Bekleidung auf Membranen mit einer Wassersäule von über 800 mm.

Aber aufgrund ihrer Struktur lassen sich die Nähte von Soft-Shell-Kleidungsstücken unmöglich zuverlässig abdichten.

Daher wird Wasser nach einer längeren Zeit im Regen in die Bekleidung eindringen.

Monsoon Jacket Waterproof Construction

Auch mechanische Beschädigungen der Membrane – möglicherweise durch scharfe Objekte wie Schmutz oder Piniennadeln verursacht – können Undichtigkeit verursachen.

Solche Schäden müssen professionell repariert werden. 

Wenn Du ein potentielles Leck in Deiner Monsoon-Nässeschutzbekleidung entdeckst, sende es uns bitte mit einer exakten Beschreibung der vermuteten Stelle zu. Wir versuchen dann, die Schadstelle zu lokalisieren und sie für Dich zu reparieren.

Über den Autor:

ARMIN WAGNER
ist der “Mastermind” hinter allen UF PRO®-Produkten. Er hat über 25 Jahre Erfahrung in der Textilindustrie für Streitkräfte und Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Nach Tätigkeiten bei führenden Unternehmen der Branche wie W. L. Gore, Second Chance oder Armour Holdings landete Armin, so wie er es beschreibt, in seinem Traumjob als Leiter Produktentwicklung von UF PRO® .

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