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Über die Belastbarkeit von Schoeller-Stretchmaterial

Armin Wagner
February 25, 2016
 
Über die Belastbarkeit von Schoeller-Stretchmaterial

„Wird dieses Stretchmaterial über die Zeit halten?“ Das werden wir oft gefragt, wenn unsere Kunden erstmals dem Schoeller®-Stretchmaterial begegnen, welches wir in unseren P-40- und Striker-Hosen verwenden.

Und du erntest immer diesen argwöhnischen Blick, wenn die Antwort lautet: „So gut wie jedes Material hat eine Belastungsgrenze, aber meist wird beispielsweise Dein Baumwoll-Ripstop-Mischgewebe früher reißen.“

Aber wo ist die echte Belastungsgrenze von diesem erstaunlichen Stretchmaterial?

Denjenigen unter Euch, die Schoeller bisher nicht kannten, sei nur in aller Kürze gesagt: Die Firma ist ein Schweizer Hersteller von Hochleistungstextilien.

Die Schweiz hat ja generell einen großartigen Ruf, was Qualität anbelangt.

Man denke nur an die weltbesten Uhren, die großartigen Skigebiete oder die beste Schokolade aller Zeiten. Schoeller fügt sich als hervorragendes Beispiel in dieses Gesamtbild ein.

Einige der wahrscheinlich besten Textilien mit der fortschrittlichsten Textiltechnologie stammen von Schoeller.

Man kann sich daher getrost darauf verlassen, dass sie sich in ganz besonderem Maße für ihren vorgesehenen endgültigen Verwendungszweck eignen.

Zu den zahlreichen Kernkompetenzen des Unternehmens gehört, dass die Schoeller-Techniker jede Menge über Feuchtemanagement wissen – und noch mehr über Stretch.

Und so ergab es sich, dass sich unsere Wege kreuzten.


Als wir die Physiologie des menschlichen Körpers in Bewegung untersuchten, stellten wir Körperregionen fest, die sich um bis zu 40 Prozent ausdehnen und wieder zusammenziehen.

 

Einige dieser Dehnungen lassen sich durch einen intelligenten Schnitt Deiner Bekleidung unterstützen. Dennoch musst Du letztlich Materialien einbringen, die gleichsam Elastizität bieten, aber ohne den Stoff auszubeulen oder permanent zu deformieren.

Seinerzeit, etwa um 2005 herum, hatte keiner von uns wirklich große Erfahrungen mit Stretchmaterialien. Wir kannten alle unsere Ripstop-, Köper- und weitere Gewebe in unterschiedlichen Mischformen und Faserkonstruktionen.

 

So hatten wir zu dieser Zeit genau die gleichen Bedenken wie die meisten von Euch, die ihre ersten Erfahrungen mit dieser Art von Material machen: Wie sieht es mit der Leistungsfähigkeit auf längere Sicht aus und wie zuverlässig zeigt es sich?

 

Die meisten der damals gängigen Textiltestmethoden berücksichtigen den Faktor Stretch nicht in den Ergebnissen.

Daher blieb als einziger Weg, etwas herauszufinden, der Test der verfügbaren Materialien unter echten Bedingungen – über einen längeren Zeitraum, in allen Umgebungen und in einem weiten Spektrum möglicher Endanwendungen.

Glaubt mir, es gab eine Menge echter Überraschungen! Wir machten jede Menge potentieller Schwachstellen aus: von extremem „Pilling“, also Knötchenbildung, über merkwürdige Fasermigrationen, Faserschäden bis zu richtig übel aussehenden Deformationen - und jede Menge weitere.

Unser Lernprozess war also enorm:

  1. Es gibt jede Menge Schrott auf dem Stretchmaterialmarkt. Das heißt: Hast Du Dein Material der Wahl aber mal gefunden, bleibst Du ihm treu und wechselst nicht, ohne wieder ordentlich zu testen.
  2. Bekleidung aus Stretchmaterial herzustellen birgt seine Tücken; Hybridbekleidung aus Stretch- und normalem Material zu produzieren, erfordert einige neue Herstellungstechnologien.
  3. Stretch ist nicht immer die Lösung.

Für unsere Striker XT Kampfhose, die P-40 und einige andere Hosen nutzen wir grundsätzlich zwei verschiedene Materialien - beide von Schoeller® und beide nahezu unzerstörbar.

Auch wenn sich manche Nutzer anfangs skeptisch zeigten, konnten wir die meisten von ihnen zu starken Anhängern unseres Hybrid/Design-Konzeptes bekehren, bei dem wir stabile Ripstop-Gewebe mit Schoeller®-dynamics Stretchmaterial kombinieren.

Natürlich gibt es nach wie vor noch einige, die eher klassische, weite Schnitte für ihre Hosen bevorzugen.

 

Es scheint allerdings, dass die professionelle „Tactical Community“ verstanden hat, dass ergonomisch konzipierte und körpernah geschnittene Bekleidung die funktionellere, sicherere und komfortablere Ausrüstung ist.

 

Das wäre allerdings nicht möglich gewesen, wenn die Stretchbereiche Schwächen gezeigt hätten.

Ich persönlich trage seit unseren ersten Versuchen 2005 ausschließlich Hosen mit Stretchpartien. Und ich gelte als jemand, der seine Ausrüstung nicht gerade schont, sondern einem wahrscheinlich repräsentativen Belastungsumfang aussetzt.

Über all die Zeit war der einzige echte Schaden an einem Schoeller®-Material, an den ich mich erinnere, ein Loch, welches von einem ziemlich spitzen (und schmerzhaften) Ast verursacht wurde.

Das Beeindruckende an diesem Riss aber war, dass er die Größe behielt, die der Ast verursacht hatte.

Anders als bei anderen Stoffen, welche weiter aufreißen würden (selbst wenn sie Ripstop heißen, stoppen sie nicht immer den Riss), hinderten beim Schoeller-Material sowohl die Elastizität als auch die Stärke der Nylonfasern das Loch daran, sich weiter auszudehnen.

Ich finde, dass dieses Beispiel sehr gut die Haltbarkeit der Schoeller® dynamics-Materialien beschreibt.

Sie sind nicht unzerstörbar, aber Du brauchst eine Menge Kraft, um sie kaputtzukriegen.

Und wenn sie kaputtgehen, dann können sie immer noch ein ordentliches Maß an Leistung bringen, welches es Dir ermöglicht ohne größere Probleme zur nächsten Nähmaschine zu kommen.

 

Über den Autor:

ARMIN WAGNER

ist der “Mastermind” hinter allen UF PRO®-Produkten. Er hat über 25 Jahre Erfahrung in der Textilindustrie für Streitkräfte und Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Nach Tätigkeiten bei führenden Unternehmen der Branche wie W. L. Gore, Second Chance oder Armour Holdings landete Armin, so wie er es beschreibt, in seinem Traumjob als Leiter Produktentwicklung von UF PRO® .

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